zurück zu den Bewerbertips

Finanzierungshilfen für Azubis

DER VERDIENST VON AZUBIS REICHT OFT NICHT FÜR DEN LEBENSUNTERHALT. DOCH ES GIBT FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN. von Rita Nikolow
Bewerbertipps_5

Die Gehälter von Auszubildenden unter­scheiden sich je nach Branche. Eine ­Friseurin verdient etwa 400 Euro im Monat, ein Bankkaufmann knapp das Doppelte. Abgezogen werden Sozialversicherungsbeiträge wie Krankenkasse und Rente – der Friseurin bleiben noch etwa 317 Euro, dem Bankazubi circa 650 Euro. Das kann knapp werden für den Lebensunterhalt – gerade wenn man schon in einer eigenen Wohnung lebt. Was Auszubildende oft nicht wissen: Viele von ihnen haben einen Anspruch auf Zuschüsse.


Ausbildungsbafög

In bestimmten Fällen gibt es für Auszubildende die Möglichkeit, eine Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) zu bekommen. Die Bedingung: Sie müssen eine Berufsfachschule, Fachschule, Fachoberschule oder Berufsfachschule, eine höhere Fachschule oder eine Akademie besuchen. Die Altersgrenze liegt bei 30 Jahren. Angerechnet werden sowohl das eigene Vermögen des Azubis als auch das Einkommen der Eltern oder der Ehegatten.

Mehr Infos: www.das-neue-bafoeg.de


Bildungskredit

Der Bildungskredit ist ein zeitlich befristetes Darlehen mit günstigen Zinsen, das für die letzten 24 Monate der Ausbildung beantragt werden kann. Auch Studenten und Schüler können sich fördern lassen. Die Einkünfte und das Vermögen der Eltern werden vor der Vergabe nicht überprüft. Beantragen können den Bildungskredit sowohl Azubis, die Bafög bekommen, als auch solche, die diese Unterstützung nicht in Anspruch nehmen.

Der Bildungskredit soll sicherstellen, dass die Geförderten ihre Ausbildung zügig abschließen können und finanzielle Mittel für außergewöhnliche Ausgaben haben, die durch das Bafög nicht beglichen werden; so wie Lehrmaterialien, Exkursionen oder Schulgebühren. Ausgezahlt wird der Bildungskredit monatlich in gleichbleibenden Raten von wahlweise 100, 200 oder 300 Euro. Die Höhe des Darlehens liegt zwischen 1.000 und 7.200 Euro, auf Wunsch kann auch eine Einmalzahlung von bis zu 3.600 Euro gezahlt werden – für ausbildungs­bezogene Aufwendungen. Zurückgezahlt werden muss der Kredit inner­halb von vier Jahren. Und zwar in monatlichen Raten von 120 Euro. Natürlich kann der Kredit auch vor Ablauf der Frist ganz oder teilweise zurückgezahlt werden.

Mehr Infos: www.bildungskredit.de


Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Jugendliche, die eine betriebliche Erstausbildung absolvieren und nicht bei den Eltern wohnen können, haben Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Dies soll sicherstellen, dass die Azubis den Lebensunterhalt, anfallende Fahrt- und sonstige Kosten decken können. Die Höhe hängt zum einen vom Einkommen der Eltern, zum anderen von der Ausbildungsvergütung ab. Behinderte Azubis können diese Förderung auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie während der Ausbildung weiterhin bei den Eltern wohnen.

Infos: www.arbeitsagentur.de/Ausbildung