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Die richtige Bewerbung - Damit kann man punkten

DIE BEWERBUNG IST DER TÜRÖFFNER FÜR DEN AUSBILDUNGSPLATZ. BERLINER PERSONALCHEFS VERRATEN, WORAUF ES DABEI ANKOMMT. von Saskia Weneit
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Sie haben wenig Zeit, bekommen ­Hunderte von Bewerbungen und kennen jede gern benutzte Floskel: Personalchefs, auch Personaler genannt, filtern die guten und interessanten Kandidaten aus der Bewerbermasse heraus. Wer sich mit seinen Bewerbungsunterlagen davon abheben will, muss also durch Inhalt und Sorgfalt überzeugen. Fehlerhafte und unvollständige Bewerbungen fallen von Anfang an durch. Was also muss in einer gelungenen Bewerbung stehen und wie soll sie aussehen?


Keine Massenbewerbung

Personaler wollen in einem Anschreiben zuallererst hören, warum man genau diese Ausbildung machen will. Massenbewerbungen, bei denen nur die Adresse, die Anrede und der Ausbildungsberuf ausgetauscht werden, haben bei ihnen keine Chance. Anke Steuk von der Berliner Stadtreinigung sichtet seit mehr als zwölf Jahren Bewerbungen. „Ich will die Motivation des Bewerbers herauslesen. Schön ist es, wenn man durch ein Praktikum oder durch ein Hobby das Interesse am Beruf deutlich machen kann“, sagt sie.


Hobbys erwähnen

„Mich interessiert auch, wenn jemand Schulsprecher war, Nachhilfe gegeben hat, in den Ferien gejobbt hat oder englische Bücher liest“, sagt Gabriele Kluge, Personalerin der Berliner Flughafengesellschaft. Auch wenn jemand in seiner Freizeit im elterlichen Betrieb mitarbeitet, in einer Werkstatt schraubt oder ein Ehrenamt hat, sollte das in den Lebenslauf. Damit punktet man!


Die Form

Personaler erwarten von Jugend­lichen keine teure Bewerbungsmappe. Wichtig ist, dass alles ordentlich abgeheftet ist. Der Lebenslauf sollte klar strukturiert sein. Ganz wichtig: Keine Lücken. War der Schulabschluss 2012 und bewirbt man sich Mitte 2013, muss man schreiben, was man in der Zwischenzeit gemacht hat. Irrwege oder Orientierungslosigkeit können passieren, erfahrene Personaler verstehen das. Man muss es nur gut erklären und deutlich machen, dass man jetzt weiß, wo man beruflich hinwill.

Eine gute Bewerbung ist ansprechend, vollständig und ohne Rechtschreibfehler. Am besten vor dem Abschicken von jemandem lesen lassen. Fehlen Belege, können diese notfalls nachgereicht werden, dann wird die Bewerbung so lange zur Seite gelegt. „Für die erste Auswahl ist das okay“, sagt Anke Steuk.


Anonyme Bewerbung

Bis zum Frühjahr 2012 lief in Deutschland ein Testverfahren zur sogenannten anonymi­sierten Bewerbung, auch für Ausbildungsstellen. Dabei werden das Foto, Name, Adresse, Geschlecht, Geburtsdatum und Familienstand weggelassen. Dahinter steckt die Idee, niemanden aufgrund von Vorurteilen oder Klischees auszuschließen, sondern nur auf die Fähigkeiten des Bewerbers zu gucken.

Bei dem Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle machten neben dem Bundesfamilienministerium, der Stadt Celle und der Arbeitsagentur Nordrhein-Westfalen als öffentlichen Arbeitgebern auch fünf weitere Unternehmen mit: Deutsche Post, Telekom, L‘Oréal, Procter & Gamble sowie MyDays. ­Innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten wurden über 8.500 anonyme Bewerbungen gesichtet und 246 Stellen besetzt. Nach Ablauf des Pilotversuches haben vier der Arbeitgeber entschieden, weiter auf anonymisierte Bewerbungen zu setzen, darunter auch das Bundesfamilienministerium.


Im Internet informieren

Braucht man also gar kein Foto mehr? Doch, gerade kleinere Betriebe legen darauf Wert. Bei größeren Unternehmen wie der Berliner Flughafengesellschaft wird aber keine Bewerbung aussortiert, wenn kein Foto dabei ist. Wird ein Bild beigelegt, sollten aber Form und Qualität stimmen. „Urlaubsfotos gehen gar nicht“, sagt Gabriel Kluge. 

 

Also: bei Unternehmen vor der Bewerbung auf die Internetseite gehen und prüfen, ob es ein anonymisiertes Verfahren gibt. Meist kann man seine Unterlagen in ein Onlineformular übertragen und sich direkt von der Homepage aus bewerben. Ohnehin sollte man sich immer auf der Firmenseite im Netz über das Bewerbungsverfahren und die Anforderungen informieren!