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Das perfekte Bewerbungsgespräch

DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH IST DAZU DA, SICH BESSER KENNENZULERNEN. WER SICH GRÜNDLICH VORBEREITET UND WEIß, WAS ER WILL, HAT BESTE CHANCEN. von Saskia Weneit
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Die Tür geht auf, der Personalchef bittet den Bewerber herein. Jetzt ist der Moment gekommen, sich persönlich von seiner besten Seite zu zeigen: lebendig, begeistert, sympathisch und interessiert. Das ist gar nicht so schwer – wenn man sich vorher ein paar Gedanken gemacht hat. Und dann kann es auch schon losgehen: Begrüßung, Hände schütteln und ein bisschen Small Talk


Small talk

„Haben Sie gut hergefunden?“ Das ist eine Lieblingsfrage am Anfang des Vorstellungsgesprächs. Sie soll das Eis ein bisschen brechen und der Personaler kann sich einen Eindruck verschaffen, wie nervös jemand ist. Die Frage ist zwar so gestellt, dass man mit einem einfachen „Ja“ antworten kann, aber besser ist eine ausführlichere Antwort. „Zum Beispiel, dass man sich schon vorher im Internet den Weg angeschaut hat“, rät ­Karrierecoach Caroline Krüll aus Berlin. Sie hat auch ein Buch über Small Talk geschrieben und weiß, wie Vorstellungsgespräche ablaufen sollten.


Passen wir zusammen?

Am Anfang geht es meist darum, dass der Bewerber etwas über sich erzählt. „Wir schauen, ob das jemand ist, der zu uns passt“, sagt Anke Steuk, Personalerin bei der Berliner Stadtreinigung. Ihr Rat: sich nicht verstellen, sondern man selber sein.


Sagen, wenn man etwas nicht verstanden hat

Im Gespräch kann schon mal passieren, dass man einen Blackout hat, weil man sehr aufgeregt ist. Gerade bei jungen Bewerbern ist Personalern bewusst, wie neu die Situation für sie ist. „Nicht gleich antworten zu können, ist kein K.-o.-Kriterium“, sagt auch Anke Steuk. Sie versucht, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Jugendlichen hilft, locker zu werden. Weiß jemand nicht weiter, sei die beste Strategie: sagen, wenn man etwas nicht verstanden hat oder im Moment zu aufgeregt ist. „Hauptsache nicht einfach verstummen, still dasitzen und auf den Boden starren“, sagt Gabriele Kluge, die Auszubildende für die Berliner Flughäfen einstellt.


Die Körpersprache

Ein Zaubermittel im Gespräch ist der Blickkontakt. Wer dem Blick ausweicht, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen. Der Gesprächspartner bekommt den Eindruck: Da stimmt was nicht. Außerdem sollte man das Lächeln nicht vergessen, Gesagtes mit Gestik und Mimik unterstützen und gerade sitzen. So wirkt man präsenter, aktiver und freundlicher.


Vorbereitung ist alles

Personaler erwarten, dass Bewerber wissen, wo sie sich bewerben und warum sie sich diesen Beruf ausgesucht haben. Oft hilft dabei schon mal, sich den Internetauftritt der Firma genau anzusehen. „Ich rate, sich vorher auch eigene Fragen ­zurechtzulegen“, sagt Coach Caroline Krüll. So könne man zum Beispiel nach der Entstehungsgeschichte des Unternehmens fragen. Was auch gut ankommt, ist die Frage, ob man im Anschluss mal rumgeführt werden könnte. „Das zeigt Interesse. Und Unternehmen suchen interessierte, eigenständige Azubis“, sagt sie. Außerdem freuen sich Personaler, wenn die Bewerber selbst auch Fragen stellen und damit Mut beweisen. Gut wirkt es auch, Stift und Block dabeizuhaben, für Fragen und Notizen.


Der gute Eindruck

Ein Bewerbungsgespräch ist ein wichtiger Termin, es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Unpünktlich sein geht gar nicht, man sollte lieber eine S-Bahn früher nehmen. „Höflichkeit ist auch sehr wichtig“, sagt Kluge. Etwa dem Gegenüber die Hand zu geben, zur Begrüßung und zum Abschied. Ein klassisches Unding wäre auch, sich ungefragt ein Glas Wasser einzuschenken, selbst wenn alles auf dem Tisch steht. Auch wie man etwas sagt, spielt eine große Rolle. Kann sich der Bewerber mündlich ausdrücken? Könnte man den auf Kunden loslassen? Bitte auch auf die Wortwahl achten. Am Ende sollte es schließlich heißen: „Vielen Dank für das schöne Gespräch.“ Von beiden Seiten.